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Die ‚Große Evolution‘ und die Humangeschichte.
Überlegungen zur Verknüpfung von Evolutions- und Entwicklungstheorie bei Norbert Elias

Heinz-Jürgen Niedenzu

Die Thematisierung des Anschlusses der Gesellschaftsgeschichte mit ihren differenten soziokulturellen Organisationsformen an die naturgeschichtliche Evolution nimmt eine Schlüsselposition im Argumentationsverfahren der historisch-genetischen Theorie von Günter Dux ein. Nun zeichnet sich auch das Œuvre von Norbert Elias durch eine historisch-rekonstruktive und entwicklungstheoretische Perspektive aus. Im folgenden Beitrag wird herausgearbeitet, wie Elias das Verhältnis von Evolution und Geschichte konzeptualisiert, welche Rolle der „anthropologischen Ausgangslage“ als Bindeglied zukommt und welche Folgen das für sein Verständnis des geschichtlichen Prozesses mit sich führt. Dabei zeigt es sich, dass Elias das konstruktive Vermögen der Menschen und damit ihre Geschichtsmächtigkeit wohl evolutiv zu deuten versucht, aber das qualitative Moment unterschiedlicher gesellschaftlicher Organisationsniveaus noch zu sehr einem durch Komplexitätssteigerung ausgezeichneten Entwicklungsprozeß analog dem Darwinschen Evolutionsmodell zuschlägt. Die evolutionären wie auch die systematischen Bedingungen der Möglichkeit der Herausbildung spezifischer sozio-kultureller Organisationsformen werden damit nur sehr bedingt geklärt. Leseprobe

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