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Die Spur der Objekte.
Überlegungen zur Bedeutung von Objektivierungsprozessen und Objektmanipulationen in der mesopotamischen Frühgeschichte

Gebhard J. Selz

Der Beitrag untersucht den Objektbegriff und seine Bedeutungen für die mesopotamische Geschichte unter ausdrücklichem Rekurs auf die Grundlagen der historisch-genetischen Theorie von Günter Dux. Die Frage nach individuellen Handlungsmöglichkeiten in der Geschichte hat eine lange Tradition, und in der Untersuchung zeigt sich eine erstaunliche Parallelität in der Diskussion der Problematik von Objekt und Objektmanipulationen zwischen den Ansätzen der dialektischen Philosophie, der Mathematikgeschichte, den Kognitionswissenschaften und der Entwicklungspsychologie Piagets. Reflexivität und Selbstrefentialität können als für nahezu alle Entwicklungen als von besonderer Bedeutung bestimmt werden und die klassische Dichotomie zwischen Wirklichkeits-basiertem empirischen Wissen und Handlungs-basiertem logisch-mathematischen Wissen scheint unhaltbar. Damit bestätigt sich die Grundthese der dialektischen Ontologie, nämlich die Untrennbarkeit von Gegenständen und Verhalten. Die Substanzlogik (Dux materiale Logik), die auch das mesopotamische Denken in dieser Periode kennzeichnet, wird diesem Befund durchaus gerecht. An Beispielen aus mesopotamischen Quellen wird dann die Bedeutung von Vergegenständlichungen und Objektmanipulationen erläutert, durch die die Herausbildung von sich verselbständigenden Subsystemen befördert wird. Besonderes Interesse verdient dabei die Konstruktion des Individuums, des Selbsts, das sich historisch als besonders bedeutsam herausstellt und an dem schlußendlich der orientalische Holismus historisch gescheitert ist. Leseprobe

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Über den Autor
Über das Buch, in dem der vollständige Aufsatz erschinen ist.
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